Infusionen*

Zur Behandlung akuter oder chronischer Schmerzen können schmerzlindernde Medikamente auch in Form intravenöser Infusionen verabreicht werden. Hierbei wird das Medikament direkt in die Blutbahn eingebracht. Dabei wird der Magen-Darm-Trakt bewusst umgangen. Die Infusionen ermöglichen eine verlustfreie und direkte Aufnahme der Wirkstoffe. Diese werden vom Blut ausgehend in die Bereiche des Körpers transportiert, in denen sie benötigt werden.

Bei Infusionen zur Schmerztherapie erfolgen Kombinationen gut wirksamer analgetischer und entzündungshemmender Medikamente, teilweise ergänzt mit Muskelrelaxantien und Vitamin B- und Vitamin C-Präparaten.

Procain-Basen-Infusionen

Eine spezielle Art der Infusionstherapie ist die Procain-Basen-Therapie. Procain-Basen-Infusionen dienen der Schmerzreduktion und verwenden den Wirkstoff Procainhydrochlorid. Die Infusion bewirkt eine Schmerzreduktion, eine Verbesserung des Allgemeinbefindens und einen Säureabbau. Zusätzlich werden entzündunghemmende und ausgleichende (systemisch regulative) Effekte beobachtet. Wesentliche Vorteile dieser Therapieform sind positive Auswirkungen auf Ruhe- und Belastungsschmerzen sowie auf das Allgemeinbefinden, verbunden mit einer Reduktion des Schmerzmittelverbrauchs.

Das bereits 1905 zugelassene Procainhydrochlorid gehört zu den wenigen Arzneistoffen, welche aufgrund ihrer Wirksamkeit und guten Verträglichkeit bis zum heutigen Tage Bedeutung haben. Es wird seit vielen Jahren vor allem in der Neuraltherapie zur örtlichen Betäubung erfolgreich eingesetzt. Seine Wirkung zeigt sich darin, dass es die Schmerzrezeptoren ausschaltet und zusätzlich die Durchblutung in den kleinsten Gefäßen verbessert. Diese Wirkungen lassen den Schmerz abklingen und haben zusätzlich einen antientzündlichen Effekt. Procainhydrochlorid führt außerdem zu einer angenehmen psychischen Entspannung.

Wirkungen des Procain sind u.a.:

  • Gefäßerweiterung
  • Entzündungshemmung
  • Antirheumatische Wirkung
  • Antioxidativer Effekt (Neutralisierung von freien Radikalen)
  • Ausgleichswirkung auf das vegetative Nervensystem
  • Fettsenkender Effekt

Die Procain-Basen-Infusion verbindet die biologischen Eigenschaften des Regulationstherapeutikums Procain mit der wichtigsten Körperbase Natriumhydrogencarbonat. Sie beschleunigt die Entsäuerung des Gewebes und fördert die Durchblutung von seit längerer Zeit unterversorgtem und chronisch schmerzhaftem und entzündetem Gewebe.

Nebenwirkungen sind extrem selten. So können z.B. Blutdruckabfälle, Schwindelzustände und Kopfschmerzen auftreten, die nach Reduktion der Infusionsgeschwindigkeit bzw. der vorübergehenden Gabe einer neutralen Trägerlösung unproblematisch sind.

In Abhängigkeit von der Schmerzstärke, der akuten Ausprägung der Beschwerden und den Möglichkeiten einer apparativen Überwachung werden 0,1-0,5 g (200mg) Procain in Kombination mit 20-100 ml (40ml) einer 8,4%igen Natriumbikarbonat-Lösung pro 500 ml Trägerlösung (NaCl 0.9%) eingesetzt.

Die Infusionen erfolgen sehr langsam, je nach Stärke und Verträglichkeit dauern sie ca. 30-60 Minuten.

Die Infusion erfolgt in der Regel 6 bis 10 mal alle 2 bis 3 Tage (unter Umständen aber auch täglich).

Einsatzgebiete für Procain-Basen-Infusionen in unserer Praxis

  • Wirbelsäulenschmerzen,mit und ohne Ausstrahlung in Arme oder Beine (Radikulär-Pseudoradikulär-Syndrom)
  • Entzündungen (z.B. rheumatoide Arthritis)
  • Aktivierte Arthrose
  • Postoperative Schmerztherapie
  • Fibromyalgiesyndrom
  • Multiple Gelenkbeschwerden
  • Spannungskopfschmerzen und Migräne
  • Osteoporoseschmerzen
  • Algodystrophie (M. Sudeck)
  • Psychovetative Erschöpfung

* Aus rechtlichen Gründen wird darauf hingewiesen, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich kein Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen kann.